Tipp 1 – Diese Bücher & Apps helfen dir, Wildkräuter sicherer zu erkennen

Wenn du anfängst, dich mit Wildkräutern zu beschäftigen, stehst du wahrscheinlich genau vor dem selben Problem wie ich damals….Hilfe, wie soll ich nur jemals die Wildkräuter von einander unterscheiden lernen. Es gibt einfach so viele Kräuter da draußen und auch viele Kräuter die sich sehr ähneln. Aber die gute Nachricht ist, dass du das alles lernen kannst.

Und das nicht am schnöden Schreibtisch, sondern draußen in der Natur. Sobald du von dem Wilden Grün angefixt bist, werden deine Augen automatisch nur noch auf den Boden gerichtet sein. Du wirst plötzlich nicht mehr nur Grün sehen sondern richtig viele unterschiedliche Wildkräuter sehen.

Und je mehr du dich dann mit Wildkräutern beschäftigst, desto mehr Wildkräuter wirst du kennen lernen. Und auf einmal kennst du plötzlich bereist 10!!! Wildkräuter. Und es werden immer mehr Wildkräuter in deiner Schatzkiste landen. Glaub mir, ich hätte mir damals nie und nimmer vorstellen können, dass ich so viele Wildkräuter sicher bestimmen könnte. Aber mit ein bisschen Übung wirst auch du zum Wildkräuter Kenner.

Meine wilden Helfer

Nach meiner ersten Wildkräuter Wanderung habe ich angefangen meine Aufmerksamkeit bewusst auf die kleinen Pflanzen zu richten. Ich hatte ziemlich schnell meine Favoriten. Und auch du wirst ganz sicher von bestimmten Pflanzen angezogen werden.

Um zu üben, diese Pflanzen sicher zu erkennen, habe ich mir nach und nach einige Bücher zugelegt. Damit bin ich in die Natur marschiert und habe mich auf die Suche nach den Pflanzen begeben. Oder mir ist eien Pflanze besonders aufgefallen, die ich dann mit Hilfe von Bestimmungsbüchern versucht habe zu bestimmen.

Zugegeben, das klappt nicht immer. Es gibt Pflanzen, die sich wirklich sehr schwer bestimmen lassen. Darunter fallen Beispielsweise die Doldenblütler. Hier gibt es besonders viele giftige Vertreter. Daher habe ich am Anfang einfach einen großen Bogen um diese Pflanzenfamilie gemacht.

Das wichtigste zuerst

Mit diesem Artikel möchte ich dich gerne dazu anregen, einfach mal raus zu gehen in die Natur um dir die Wildkräuter genauer anzuschauen. Du möchtest mehr über sie erfahren und lernen, du möchtest, wie sie aussehen und du willst sie besser erkennen können? Dann geh raus und konzentriere dich am Anfang vielleicht auf zwei oder drei Pflanzen.

Du hast vielleicht schon einmal vom Gundermann gehört oder von der Knoblauchsrauke. Mit dem Ziel, diese Pflänzchen in der Natur zu suchen und zu schauen, wie sie wachsen und wo sie stehen, kannst du prima loslegen. In diesem Artikel geht es mir vor allem darum, dich dazu zu inspirieren, wie du anfangen kannst, neue Wildkräuter kennen zu lernen.

Es geht heute nicht um das Sammeln von Wildkräutern. Denn dafür musst du das Wildkraut zu 100% sicher bestimmen können (das wichtigste Gebot). Und genau das lernst du nur wenn du dich mit den Pflanzen beschäftigst. Dafür möchte ich dir in diesem Artikel meine liebsten Bestimmungsbücher und Pflanzenapps vorstellen. Im nächsten Artikel werde ich dir dann noch ein paar Methoden vorstellen, wie du die Pflanzen mit allen Sinnen kennen lernen und erleben kannst. Aber nun erstmal zu den wichtigen wichtigen Helfern, den Bestimmungsbüchern.

Meine liebsten Bestimmungsbücher

von Steffen G. Fleischhauer, Jürgen Guthmann + Roland Spiegelberger

Die Autoren dieses Bestimmungsbuches sind die absoluten Fachleute, wenn es um essbare Wildpflanzen geht. Sie haben unter anderem ein großartiges Standardwerk mit so ziemlich allen essbaren Wildpflanzen in Europa zusammengestellt. Auch wenn dieses Buch großartig ist, reicht für den Anfang auf jeden Fall die kleine Ausgabe. Lässt sich auch viel besser mit nach draußen nehmen.

Daher ist dieses Buch eines meiner absoluten Lieblinge wenn es darum geht, essbare Wildpflanzen zu bestimmen. In dem Buch werden die Bestimmungs- und Erkennungsmerkmale auf den Punkt beschrieben und mithilfe einer Zeichnung der Pflanze veranschaulicht.

Zudem erfährst du, welche Pflanzenteile essbar sind und wie du sie in der Küche verwenden kannst. Auch wird knapp auf die wichtigsten Heileigenschaften der Pflanze eingegangen. Alle Infos, die du zu Beginn benötigst, sind hier kurz und knapp beschrieben. Zudem gibt es dieses Buch auch als App, die super ist für unterwegs.

von Rita Lüder

Jetzt wird es botanisch. Rita Lüder ist eine der Botanik Expertinnen im deutschsprachigen Raum. Sie hat bereits mehrere Bücher zu diesem Thema verfasst und dieses Werk hier ist ein absoluter Klassiker in der mittlerweile 9. Auflage (Stand Mai 2020) Neben den Büchern gibt sie auch Workshops, die definitiv noch auf meiner Wunschliste stehen.

Im Buch geht Rita Lüder relativ genau auf die Systematik der Pflanze ein. Du lernst den systematischen Aufbau einer Pflanze kennen, den Blütenaufbau, welche Blattformen es gibt und so weiter. Zudem gibt sie Sammeltipps, erklärt was Zeigerpflanzen sind und hat die wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanzen beschrieben.

Das Buch arbeitet mit einem Bestimmungsschlüssel. Anders als in den beiden vorherigen Büchern, wo die Pflanze jeweils direkt beschrieben ist, wirst du an Hand der Merkmale einer Pflanze durch das Buch geführt.

Zugegeben, für mich war es zu Beginn ein wenig kompliziert, hier durchzuschauen aber es ist wenn man einmal den Durchblick hat ein wirklich guten Buch um auch relativ unbekannte Pflanzen bestimmen zu können.

Auf jeden Fall ist es ein Buch für all diejenigen, die sich intensiver mit der Botanik einer Pflanze auseinander setzen möchten. Das Buch ist sehr umfangreich und du darfst dich vorab darin einarbeiten um mit dem Buch arbeiten zu können. Wenn das der Fall ist, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen.

von Marianne Golte-Bechtle, Roland Spohn + Margot Spohn

Was blüht denn da ist ein absoluter Klassiker und eine tolle Ergänzung, wenn es darum geht, Pflanzen korrekt zu bestimmen. Natürlich hilft dir dieses Buch nicht die 100. Unterart vom Löwenzahn zu bestimmen. Aber dieses Buch ist wirklich umfangreich und enthält vor allem die gängigsten, heimischen Wildpflanzen.

Von diesem Buch gibt es zwei unterschiedliche Ausgaben. Eine Ausgabe mit gezeichneten Pflanzen und eine Ausgabe mit Fotoabbildungen. Ich hatte als Erstes die Ausgabe mit den Fotos gekauft, um dann festzustellen, dass ich das Bestimmungsbuch mit den gezeichneten Pflanzen besser finde.

Ich kann in dieser die Details, auf die es manchmal wirklich ankommt, wesentlich besser erkennen. Aber das ist Geschmacksache.

Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Buch ganz klar auf der Bestimmung der Pflanze. Daher erhältst du vor allem eine genaue Beschreibung der Bestimmungsmerkmale der einzelnen Pflanze. Außerdem wird noch ganz kurz auf allgemeine Infos wie Heilwirkung oder die Verwendung in der Volksheilkunde eingegangen.

von Schmeil und Fitschen

Direkt vorweg, mein Lieblingsbuch ist das hier nicht. Aber ich muss es einfach aufführen, weil es das Standardwerk in der Pflanzenerkennung ist. Das erste Buch ist bereits 1903 erschienen. Aktuell ist die 97. Auflage auf dem Markt.

Das Buch umfasst alle in Deutschland sowie Österreich, Liechtenstein, die Schweiz und Südtirol existierenden Wildpflanzen und häufig kultivierten Gefäßpflanzen.

Auch dieses Buch arbeitet mit einem Bestimmungsschlüssel. Du kannst aber auch eine bestimmte Pflanze nachschlagen und dann nach den unterschiedlichen Merkmalen der jeweiligen Art schauen.

Meiner Meinung nach ist das Buch ist für studierte Botaniker sehr gut geeignet sowie für Menschen, die die Botanik lieben. Auch wenn ich mit dem Buch nicht wirklich arbeite, ist es ein absoluter Klassiker. Deswegen wollte ich es hier auf jeden Fall erwähnen.

Bestimmungsapps

von Guido Fleischhauer / Kosten: 11,99€

Ich hatte die App bereits weiter oben erwähnt. Die App ist eine tolle Ergänzung zu dem Buch Essbare Wildpflanzen. Sie ist quasi die digitale Ausführung des Buchs. Wenn du also mal keine Lust hast, das Buch mit zu nehmen, dann ist diese App eine schöne Alternative.

Kosten: KOSTENLOS

Flora Incognita ist ein Forschungsprojekt der Technischen Universität Ilmenau und des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie Jena. Das Projekt ist zudem als offizielles Projekt der „UN-Dekade Biologische Vielfalt” ausgezeichnet.

Ich benutze diese App relativ häufig auf dem Handy. Die App funktioniert über die Foto Erkennung. Du machst zunächst Fotos der Blüte, dann von dem Blatt und der gesamten Pflanze. Mit Hilfe der Fotos erkennt die App die Pflanze. Ich finde die App überaus hilfreich und bereits erkannte Pflanzen werden, wenn gewollt in der App gespeichert. So kannst du dir nach und nach ein kleines Archiv mit den Pflanzen anlegen die du bereits gefunden und bestimmt hast.

Kosten: KOSTENLOS

Diese tolle Bestimmungsapp wurde von den Forschungseinrichtungen Cirad, INRA, Inria und IRD entwickelt. Mit Hilfe der Fotoerkennung kannst du die Wildpflanzen identifizieren. Dabei greift die App auf eine Datenbank mit Fotos von über 4100 wildwachsende Pfanzenarten zurück. Damit diese Datenbank stetig wächst, zielt die App darauf ab, sich persönlich an diesem Projekt zu beteiligen. Das funktioniert ganz einfach in dem du, wenn du magst, die selbst fotografierten Wildpflanzen mit der Community teilst.

Zusammenfassung

Bei den hier vorgestellten Büchern kommt es sehr auf deine Vorlieben an. Alle Bücher sind wirklich klasse und haben den Vorteil gegenüber der App, dass zudem weiterführende Informationen zu den Pflanzen mit aufgeführt sind. Zudem macht es spaß, mit Hilfe der Bücher die Pflanzen zu bestimmen. Du beschäftigst dich dadurch viel intensiver mit der Pflanze als lediglich ein Foto davon zu machen und es dann mit Hilfe der App bestimmen zulassen.

Die Apps sind meiner Meinung nach eine tolle Ergänzung zu den Büchern. Da zwei von ihnen kostenlos sind, kannst du sie ja einfach mal testen um für dich herauszufinden mit welcher App zu besser zurecht kommst. Zudem kannst du die Pflanze zuerst mit dem Buch bestimmen und dann mit Hilfe der App noch einmal überprüfen, ob du richtig bestimmt hast.

ich hoffe, mit Hilfe der Bücher und der Apps hast du nun eine richtig gute Hilfestellung, um eigenständig Wildpflanzen bestimmen zu können. Denke immer daran, ich weiß ich wiederhole mich, nur Pflanzen dann auch tatsächlich zu sammeln die du wirklich absolut sicher erkennst. Also so gut wie du beispielsweise eine Brennnessel erkennen würdest. 

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass du die Brennnessel kennst. Im nächsten Artikel werde ich dir noch ein paar schöne Methoden vorstellen, wie du den Pflanzen noch näher kommst. Und rate ich dir natürlich unbedingt auch, an geführten Wildkräuter Wanderungen teilzunehmen. Auch hierfür habe ich ein paar Tipps für dich parat haben.

Referenzen und weitere Links

Mannfried Pahlow (2013) Das große Buch der Heilpflanzen Gesund durch die Heilkräfte der Natur

Margot Spohn (2015) Was blüht denn da – Original

Siegrid Hirsch, Felix Grünberger (2014) Die Kräuter in meinem Garten

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Disclaimer

Aus rechtlichen Gründen darf ich darauf hinweisen, dass ich weder Ärztin noch Heilpraktikerin bin. Alle Information auf dem Blog sind eigene Erfahrungen bzw. gut recherchiert. Der Besuch dieser Seite ersetzt auch nicht den Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und stellen in keiner Weise ein Heilversprechen dar.

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