Wildes Frühlings Pesto mit Giersch

Endlich! Das lange Warten hat ein Ende. Es ist so wunderschön zu sehen, dass die Natur wieder erwacht. Überall sprießen kleine Knospen aus dem Boden und so viele Blüten strecken bereits ihre Köpfchen Richtung Sonne. Zeit, nach draußen zu gehen und zu schauen, welche Köstlichkeiten es zu entdecken gibt, zum Beispiel für eine Pesto mit Giersch.

Daher sind eine Freundin und ich los gezogen ins Grüne. Wir konnten bereits ein paar tolle Kräuter sammeln, die wir später direkt in ein Pesto mit Giersch verwandelt haben.

Diese Wildkräuter kannst Du jetzt schon sammeln

Auf unserer kleinen Wanderung haben wir bereits einige Wildkräuter finden können. Oft musst Du in dieser Zeit des Jahres jedoch noch genau hinschauen. Denn die Wildkräuter kommen gerade erst aus ihrem Winterschlaf zurück.

Ich möchte an dieser Stelle gleich etwas erwähnen, dass mir sehr am Herzen liegt. Bitte achte beim Sammeln darauf, dass Du die Pflanze nicht mit der Wurzel herausrupfst und niemals alle Blätter eine Pflanze pflückst.

Was Du beim Sammeln von Kräutern noch beachten solltest, kannst Du hier nachlesen. Schauen wir uns mal an, welche grünen Schätze uns bereits erwarten und auch schon in größeren Mengen vorhanden sind…

Der unbezwingbare Giersch

Allen voran wächst bereits der Giersch überall. Es is eine meiner Lieblingspflanzen. Der Giersch ist unheimlich vitalstoffreich und lecker oben drein. Du kannst die jungen Blätter prima mit in den Salat geben, als Spinatersatz verwenden oder mit in den Smoothie geben.

Was mir besonders gut an Giersch gefällt ist seine Unverwüstlichkeit. Er passt sich jeder Umgebung optimal an, wächst auf sandigem wie auf lehmigem Boden, überlebt Trockenheit wie starke Regenfälle.

Es ist kaum ein Gift gegen den Giersch gewachsen und wenn Du ihn abschneidest, wächst er um so schneller wieder nach – nicht umsonst ist er der Feind eines jeden englischen Gartens 🙂 Ich finde diese Eigenschaft einfach nur toll. Auf meinem Balkon habe ich einen großen Topf mit Giersch.

Diesen kann ich fast das ganze Jahr abernten. Er benötigt keine große Pflege und ist kaum bis gar nicht anfällig für Krankheiten oder Parasiten. Zumindest war der Giersch im letzten Jahr eine der wenigen Pflanzen auf meinem Balkon, die nicht von der Minierfliege befallen waren.

Der Alleskönner, die Brennnessel

Auch die Brennnessel ist bereits überall zu finden. Gerade jetzt kannst Du ihre kleinen und zarten Blätter sammeln. Meine Freundin hatte glücklicherweise Handschuhe dabei, mit der wir die Blätter ohne gepikst zu werden, pflücken konnten. Aber mit ein wenig Geschick, kannst Du die Blätter auch ohne Handschuhe, schmerzfrei sammeln. Pflücke die Blätter oder den Stängel einfach von unten nach oben ab. Du gehst dabei quasi mit der Wuchsform der Nesseln und nicht entgegengesetzt.

Brennnessel kannst Du ebenfalls prima als Spinatersatz verwenden, in Smoothies roh genießen oder einen leckeren Tee daraus zaubern. Brennnessel ist sehr reich an Vitamin C, Kalium und Kalzium. Auf Grund des hohen Kaliumgehalts ist die Brennnessel entwässernd.

Auch als Heilpflanze hat sie sehr viele positive Eigenschaften. Sie ist stoffwechselanregend, blutreinigend und die Früchte der Brennnessel sind ein wahres Superfood, prall gefüllt mit Proteinen, Carotinoiden und Chlorophyll.

Der Knoblauch für Verliebte

Die Knoblauchsrauke ist hier und da bereits vorhanden. Die keinen und zarten Blätter ähneln dem Gundermann. Der Geruch der Knoblauchsrauke ist jedoch unverkennbar. Verreibe einfach ein kleines Blättchen zwischen Deinen Fingern. Riecht es leicht nach Knoblauch, dann kannst Du sicher sein, dass Du die Knoblauchsrauke vor Dir hast. Dank ihres zarten Knoblaucharomas ist die Knoblauchsrauke ein fantastisches Würzkraut für herzhafte Speisen.

Knoblauchsrauke kann mit viel Vitamin A und C aufwarten, beinhaltet aber auch Saponine, Knoblauchöl und ätherisches Öl. Schön im Mittelalter wurde die Knoblauchsrauke als Würzkraut bei der ärmeren Bevölkerung verwendet. Und in unserem Pesto mit Giersch darf sie auch auf keinen Fall fehlen.

Du solltest jedoch bei der Verwendung darauf achten, sie möglichst roh zu verwenden, da beim Kochen das pfeffrig-knoblauchartige Aroma weitestgehend verloren geht.

Scharbockskraut, der Frühlingssalat

Im Frühling wächst es überall. Das Scharbockskraut bedeckt ganze Waldböden und beglückt uns mit seinen wunderschönen gelben Blüten. Irgendwann im frühen Sommer ist es dann auf einmal verschwunden. Ich wundere mich immer wieder darüber, dass dieser Blätterteppich nur im Frühjahr zu finden ist und dann so plötzlich verschwindet, wie es gekommen ist.

Scharbockskraut ist ebenfalls sehr reich an Vitamin C. Zudem ist im Scharbockskraut in nennenswerten Mengen Vitamin B1, Kalium, Kalzium und Eisen enthalten. Das Scharbockskraut wird roh zum Beispiel in Salaten gegessen.

Da es jedoch in geringen Mengen Ranunculaceen-Scharfstoffe enthält, wird empfohlen, das Scharbockskraut in nicht zu großen Portionen zu essen. Und ganz wichtig, sobald das Scharbockskraut so herrlich anfängt gelb zu blühen ist ebenfalls vom Verzehr abzuraten.

Frühlingskräuter bringen Dich in Schwung

So unterschiedlich die oben genannten Kräuter auch sind. Einige Gemeinsamkeiten haben sie. Es handelt sich um typische erste Frühlingskräuter. Alle diese Kräuter werden auch für Blutreinigungskuren verwenden oder auf Neudeutsch zum detoxen verwendet.

Sie regen alle samt den Stoffwechsel an und bringen unseren vom Winter träge gewordenen Körper wieder in Schwung. Daher könnte man das nachfolgende Rezept auch Detox Pesto nennen. Also los geht’s .

Rezept für Wildkräuter Pesto

Blog Luna Herbs Wildkräuter_Wildes Frühlings Pesto mit Giersch
2 Portionen
45 Minuten
mittel

Das Rezept für die Pesto mit Giersch reicht für ein Nudelgericht für zwei Portionen und ist ruckzuck fertig. Wir haben das Pesto gleich nach der Wanderung gemacht und waren beide sehr froh, dass das Gericht so schnell zubereitet war. Nach der Wanderung warne wir beide nämlich ziemlich platt.

Zutaten

  • 1 kleine Hand voll Giersch
  • 1 kleine Hand voll Löwenzahn
  • 1 kleine Hand voll Brennnessel
  • 1/2 Hand voll Scharbockskraut
  • 1/2 Hand voll Knoblauchsrauke
  • 1/2 Hand voll Schnittlauch
  • 1 Hand voll Sonnenblumenkerne
  • 1 Hand voll Nüsse z.B. Mandeln und Walnüsse
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 100 ml Olivenöl
  • 2 EL Hefeflocken
  • 2 Datteln
  • Saft von einer Zitrone
  • Listenelement

Zubereitung

  1. Alle Zutaten im Mixer cremig pürieren.
    mit Salz und Pfeffer abschmecken
  2. Nudeln kochen und die
  3. Pesto anschließend kalt über die Nudeln geben.

Tipps und Hinweise

Ich habe hier das exakte Rezept angegeben weil die Pesto in dieser Zusammenstellung wirklich super leckt ist. Natürlich kannst du auch einfach andere Wildkräuter verwenden wie beispielsweise Gänseblümchen, Sauberampfer oder Melde.

Achte beim pflücken der Wildkräuter auch immer darauf, nicht die gesamte Pflanze zu pflücken sondern immer nur ein paar Blätter hier und ein paar Blätter dort. Zudem schmecken die jungen Blätter besser als die älteren. Du erkennst jüngere Blätter an der frischeren grünen Farbe. So und nun wünsche ich dir einen guten Appetit mit diesem köstlichen Rezept.

Hast du dieses Rezept schon ausprobiert?

Ich würde mich mega freuen wenn @lunaherbs auf einem der Bilder markierst  und es mit @lunaherbs taggst. 

Referenzen und weitere Links

Katharina Schober, Renate Hartmann (2012) Die Gesunde Wildkräuter-Küche
120 Rezepte mit Gänseblümchen, Vogelmiere & Co.

Martina Tolnai (2019) Brennnessel
Wohltuendes aus der Natur

Susanne Hansch, Elke Schwarzer (2019) Der Giersch muss weg!
28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen. 50 frische Wildkräuter-Rezepte

Ursel Bühring (2020) Alles über Heilpflanzen
Erkennen, anwenden und gesund bleiben. Das Standardwerk komplett aktualisiert und erweitert

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Aus rechtlichen Gründen darf ich darauf hinweisen, dass ich weder Ärztin noch Heilpraktikerin bin. Alle Information auf dem Blog sind eigene Erfahrungen bzw. gut recherchiert. Der Besuch dieser Seite ersetzt auch nicht den Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und stellen in keiner Weise ein Heilversprechen dar.

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