Kraut Interview
Prickelnde Momente mit der Brennnessel

Interview mit Brennnessel-Expertin Mechthilde Frintrup

Sie badet sogar in Brennnesseln. Mechthilde ist ziemlich unerschrocken in der Begegnung mit dem beißend-brennenden Kraut. Ihre tiefe Verbindung zur Brennnessel schildert sie in lebendiger Weise in diesem Gespräch. Sie verrät dir viel Wissenswertes zu einer Pflanze, die alle erkennen, aber niemand wirklich kennt. Ob als Heilpflanze, als Nahrungsquelle oder im Garten: Die Wirkstoffe der Brennnessel sind außergewöhnlich im Pflanzenreich.

Mechthildes heimliche Liebe gehört aber vor allem dem Innersten: Den Fasern, die sie wie kaum eine vor ihr in faszinierender Weise verarbeitet. Ein paar Tipps für ein angenehmes Kribbeln im Alltag gibt es obendrein.

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Relevante Links zur Folge

🌱 BUCHTIPP 
Mechtilde hat im Herbst 2020 dieses Buch veröffentlicht.

Das Brennnessel-Buch: Die magische Nahrungs-, Heil- und Faserpflanze.
Mit Rezepten und praktischen Anleitungen von Mechtilde Frintrup. AT-Verlag 2020

🌱 BLOG VON MECHTILDE 
Wunderschön aufgemacht und hervorragend recherchiert – ein üppiges Handbuch, fantastisch zusammengestellt von einer großartigen Grafikerin, Buchautorin, Kräuterpraktikerin und Naturkünstlerin.

Blog: https://www.andas-werkstatt.com/blog/

🌱 LIVE EVENTS 
Du kannst Mechthilde auch live erleben. Sie bietet Brennnesselseminare bei Feuervogel in der Schweiz, an der Landwirtschaftskammer Oberösterreich, für die Freiburger Heilpflanzenschule oder für das Wollwerk in Münsingen an. Vor allem aber kannst Du sie auch ganz individuell und nur für Dich buchen. Sie teilt in den Kursen ihre Erfahrungen der Fasergewinnung. Aktuelle Termine findest Du ebenfalls in ihrem Blog.

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Rezepte und Anwendungen - exklusiv für dich

Kombucha mit Brennnessel

Exklusiv für “Kraut-im-Ohr”-Hörer*innen haben wir von Mechthilde ein traumhaftes Kombutcha-Rezept bekommen. Hier ist es:

Ein Kombucha-Scoby (symbiotic culture of bacteria and yeast)

ZUTATEN 
200 ml Ansatzflüssigkeit des Scoby
eine halbe Schüssel frische Brennnesselspitzen oder 20 g getrocknete (besser sind frische!)
100 g Zucker oder Rübensirup (Melasse)
1,3 l Wasser
Glasgefäß mit breiter Öffnung und 1,5 Fassungs­vermögen
zum Abdecken ein Stück Stoff oder Küchenkrepp, ein Gummiband.

ANLEITUNG

  • Wasser zum Kochen bringen, die Brennnessel in einen Topf geben, mit dem Wasser übergießen und etwa 20 min ziehen lassen. 
  • Die Blätter durch ein Sieb abgießen und den Zucker oder die Melasse zufügen und auflösen. 
  • Nun die Flüssigkeit in das Ansatzglas geben. 
  • Den Scuby mit Ansatzflüssigkeit zufügen; dafür darf der Aufguss nur noch handwarm sein, Hitze verträgt der Scoby nicht. Mit einem Tuch abdecken und bei Zimmertemperatur etwa 5 bis 7 Tage fermentieren lassen. 
  • Je länger er steht, desto saurer wird es, man kann zwischendurch mit einem Trinkhalm probieren. 
  • Den Scoby mit 200 bis 250 ml Ansatzflüssigkeit herausfiltern und im Kühlschrank bis zur neuen Verwendung aufbewahren. 
  • Den fertigen Kombucha in Flaschen füllen. 
  • Ist er ausgegoren, uns sauer, kann er verdünnt getrunken werden, oder genau wie Essig als Haarspülung, für Salatdressing oder sogar zum Putzen, wenn man der Flüssigkeit noch Zitronen- oder Orangenschalen zufügt, duftet es auch noch gut.
  • Wenn der Kobucha noch nicht komplett fermentiert ist, noch etwas Süße hat, kann man ihn mit etwas Zitrone in Bügelflaschen geben. Dort fermentiert er weiter und wird zu einer leckeren sprudelnden Limonade. Vorsicht beim Öffnen, es könnte sehr schäumen.
  • Kombucha-Scobys gibt es zum bestellen bei fairment.de oder fragt bei Bekannten, die Scobies wachsen und teilen sich permanent, sodass man sie weitergeben kann.

Anleitung für eine Kordel aus Brennnesseln

Und nun noch etwas für echt Geduldig-Erfahrene

ANLEITUNG

  • Fasern von grünen Brennnesselstängeln abziehen
  • Ab Ende Juni sind die Stängel der großen Brennnessel (Urtica Dioica) groß genug, dass Fasern aus ihr gewonnen werden können. Sie sollten mindestens einen Meter hoch sein, besser eineinhalb Meter. 
  • Die Stängel werden etwa eine Handbreit vom Boden abgeschnitten, möglichst die Wurzeln dabei nicht beschädigen, damit die nächste Ernte auch gut wird. Dazu trägt man am besten Handschuhe. 
  • Dann kann man auch mit der Hand zunächst von unten nach oben streifen, um die Brennhaare zu brechen und dann von oben nach unten, um die Blätter abzustreifen. Restliche Blätter oder Nebenzweige werden dann noch abgezupft oder mit der Zange abgekniffen. 
  • Den Stängel spaltet man mit einem Messer, den Fingernägeln oder kann mit den Zähnen den Stängel „knacken“. 
  • Das geht eigentlich am besten und die Brennnessel ist ja nicht giftig. Ist der Stängel sehr hart, kann man mit einem Stein zunächst vorsichtig darauf schlagen. 
  • Dann drückt man mit dem Daumennagel bis zu Spitze und öffnet so den Stängel. An den Blattachsen muss eventuell mit einem Messer nachgeholfen werden, um den Stängel zu spalten.
  • Nun wird der holzige innere Teil entfernt. Dazu bricht man den nun etwas plattgedrückten Stängel und zieht die Faserstränge in Richtung Spitze. Hier muss man wieder vorsichtig bei den Verdickungen an den Blattachsen sein. 
  • Es hilft, wenn man von beiden Seiten den Faserstrang bis zum Knoten abzieht und dann das Holz abzieht. Nun hat man einen breiten Faserstrang, der viel Wasser, Chlorophyll, Zucker und andere daran haftende Stoffe enthält. 
  • Diesen Strang teilt man am besten noch in zwei oder vier Teile. Das geht einfach, da der Stängel vierkantig ist, sich die vier Teile fast von alleine teilen und nur an den Knoten muss noch etwas nachgeholfen werden. 
  • Diese geteilten Faserstränge werden getrocknet, bevor sie zu Kordeln gedreht werden können, ansonsten würde die Kordel sich beim Trocknen lockern.

Kordel drehen

  • Ich lege zwei bis drei von den geteilten Fasersträngen versetzt nebeneinander und verdrehe diese nicht ganz in der Mitte soweit, dass sie sich ineinander drehen, wenn ich sie zusammenknicke. 
  • Nun drehe ich mit dem Daumen den oberen Strang nach hinten und lege ihn dann über den unteren Strang, sodass dann der untere oben liegt. Nun drehe ich diesen nach hinten und lege ihn wieder über den unteren Strang. 
  • Und so drehe ich immer weiter, bis beim kürzeren Strang nur noch etwa 10 cm übrig sind. 
  • Dort setze ich einen neuen Strang an und drehe diesen mit ein. Die Hände sollten nicht zu trocken und glatt sein, man kann auch die Finger immer wieder anfeuchten, entweder mit Spucke oder man stellt sich ein Wasserschälchen in Reichweite. 
  • Diese Kordel kann man unendlich verlängern.
  • Traumfänger (mit freundlicher Genehmigung von Mechthilde aus ihrem “Brennnnesselbuch”)

 

Kreis des Lebens

Nach einer Legende aus Nordamerika gibt es eine Spinnenfrau namens Asibikaashi. Sie wacht über die Geschöpfe der Welt, beugt sich über die Betten der Kinder und webt ein feines, starkes Netz. Alle bösen Träume werden in den Fäden aufge­fangen und lösen sich im Morgenlicht auf. Die guten Träume werden über Federn zum Schlafenden geweht. 

Die Spinnenfrau schaffte es jedoch nicht mehr, sich um alle Menschen zu kümmern, so bat sie die Mütter und Großmütter, ebensolche Netze herzustellen. Ursprünglich waren diese Netze nur acht bis zwölf Zentimeter groß. Ein Weidenzweig wurde tropfen- oder kreis­förmig gebogen und mit rot gefärbter Brennnesselfaser umbunden.

Die Ringform symbolisiert den Kreislauf des Lebens, das Netz unser Leben mit Träumen, Gedanken und Taten. Die Öffnung in der Mitte ist das große Ungewisse, das wir mit unserem Geist erschaffen. Als man begann, diese Traumfänger zu vermarkten, ging die Bedeutung zunehmend verloren, das Material wurde beliebig und der Traumfänger zu einem dekorativen Objekt ohne Magie. Mit selbst gesammeltem Naturmaterial und liebevollen Gedanken bei der Herstellung kann dieses Objekt wieder zu seiner ursprünglichen Bedeutung gelangen.

Für den »Kreis des Lebens« nimmt man einen biegsamen, etwa 60 cm langen Weidenzweig. Mit einem (roten), etwa 1,5 m langen Brennnesselfaden bindet man den Kreis zusammen und umwickelt den Zweig. Nun wird der Faden rundherum mit Schlaufen um den Kreis gewunden. 

In der nächsten Runde zieht man den Faden durch die Schlaufen der ersten Runde und bildet so neue Schlaufen, durch die man wiederum den Faden zieht, bis nur noch eine kleine Öffnung übrig ist. Während des Bindens kann man Federn, Perlen oder andere Objekte einarbeiten. Am Ende wird der Faden verknotet.

*Affiliate Links

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Disclaimer

Aus rechtlichen Gründen darf ich darauf hinweisen, dass ich weder Ärztin noch Heilpraktikerin bin. Alle Information auf dem Blog sind eigene Erfahrungen bzw. gut recherchiert. Der Besuch dieser Seite ersetzt auch nicht den Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und stellen in keiner Weise ein Heilversprechen dar.

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