Wildkräuter Basics

Die Schlehe – mehr als eine Schnapsbeere

Schlehe

Die Schlehe ist eine unserer ganz typischen Wilden Heckenpflanzen. Ihre weißen Blüten erfreuen uns als eine der ersten Blüten nach einem langen Winter und kündigen den Frühling an. Ihre tiefblauen Beeren sind vor allem bekannt, um daraus Likör und Schlehenschnaps herzustellen. Aber die Schlehe kann noch mehr. Wenn du wissen willst, an welchen Merkmalen du die Schlehe erkennst und was sie kann, dann lies sehr gerne weiter. 

Pflanzensteckbrief - Gewöhnliche Schlehe

Gewöhnliche Schlehe / Schlehdorn

Rosengewächse / Rosaceae

Bockbeerli, Deutsche Akazie, Dornschleha, Effken, Hagedorn, Haferpflaume, Heckendorn, Kietschkepflaumen, Saudorn, Sauerpflaume, Schlaia, Schlechbeeri, Schliehen, Schlingenstrauch, Schlinken, Schwarzdorn

Blüten: März bis April 
Früchte: im späten Herbst nach dem ersten Nachtfrost 

März bis April 

Erkennungsmerkmale

1 bis 3 Meter hoch 

Die Schlehe wächst in Europa, Vorderasien bis zum Kaukasus und in Nordafrika. 

Die Schlehe wächst strauchartig. Sie bildet oft mehrere Mittelstämme von denen aus viele kleine Seitenäste abgehen, die wiederum verästelt sind. Insgesamt bildet die Schlehe ein dichtes Dickicht, das von vielen Tiere als Unterschlupf genutzt wird.  

Die Blätter sind kurz gestielt, ca. 2-3 cm lang, haben eine elliptische Form und sind am Blattrand fein gesägt. 

Die Blattfarbe ist satt grün und ganz leicht glänzend. Die Blattrückseite ist leicht matt, etwas heller und hat einen hellen mittleren Blattnerv. 

Die Blätter stehen wechselständig an den schmalen Ästen. 

Die Schlehe ist einer der ersten Sträucher im Frühjahr, der eine herrlich weiße Blütenpracht hervor bringt. Die Blüten bilden sich aus noch bevor sich die ersten Blätter entfaltet haben. Die Blüten hängen sehr zahlreich an den Ästen, so dass der gesamte Strauch im Frühling weiß aufleuchtet. 

Die Blüten sind ca. 1,5-2cm groß und haben 5 weiße Blütenblättchen. Zudem haben sie auffällig viele Staubfäden in der Mitte der Blüte, die leicht rosé wirken. Die Blüten sind kurz gestielt und sitzen jeweils einzeln am Ast. 

Die Schlehe ist eine Steinfrucht. Ab September wachsen kleine kugelig, dunkelblaue Früchte. Diese sind ca. 1-15,5 cm groß. Sie sehen aus wie kleine Beeren. Sie hängen kurz gestielt an den Zweigen. 

Der Geschmack der Beeren ist sehr sauer und auf Grund der Gerbstoffe zieht sich im Mund alles zusammen. Nach dem ersten Frost sind die Früchte genießbarer. 

Der gesamte Strauch ist sehr dornig. Im Frühjahr ist er einer der ersten Sträucher, der üppig weiß blüht. Die Blüten wachsen noch vor den ersten Blättern. 

Wissenswertes

Die Schlehe wächst in Europa, Vorderasien bis hin in den Kaukasus und in Nordafrika. 

Die Schlehe ist ein typisches Heckengewächs und steht gerne an sonnigen Weg- und Waldrändern. Sie bildet oft ein fast undurchdringliches Dickicht. Nicht selten steht sie zusammen mit Wildrosen, Holunder und Weißdorn. Die Schlehe mag gerne nährstoffreiche, kalthaltige Böden. 

In der Heilkunde werden die Blüten, Blätter und Früchte verwendet. 

Heilanwendung

Blüten: Spuren von Blausäureglukosid, Cumarine und Flavonoide
Blätter: Gerb- und Bitterstoffe
Früchte: Gerbstoffe, Blausäureglukosid in den Samenkernen, Säuren und Vitamin C. 

Die Blüten und Blätter wurden als leichtes Abführmittel verwendet. Zusätzlich wirken sie leicht harntreibend. Die Blüten wirken außerdem entzündungshemmend und stoffwechselanregend. Ein Saft oder Marmelade aus Schlehe soll zudem appetitanregend wirken. 

Allgemeines Stärkungsmittel: Aus den Blüten wird ein Tee für die Blutreinigung und zur allgemeinen Stärkung hergestellt. Der Tee wirkt zudem leicht abführend. 

Gurgelmittel: Ein stärkerer Tee aus den Blüten kann außerdem als Gurgelmittel verwendet werden. Im Rachenraum wirkt er leicht entzündungshemmend. 

Wenn nicht überdosiert wird, gibt es keine Nebenwirkungen. 

Mittelalterliche Tinte 

Im Mittelalter stellte man die sogenannte Dornentinte mit Hilfe der Schlehe her. Hierfür wurde die Rinde der Scheleh gesammelt und in Wasser eingeweicht. Nach einigen Tagen wurde das Wasser abgefiltert aufgekocht und erneut über die Rinde gegossen. Diesen Prozess wiederholte man so lange, bis keine Farbstoffe mehr in der Rinde enthalten waren. Im letzten Arbeitsschritt kochte man die Flüssigkeit noch mit Wein auf bevor alles zur Tinte eingekocht wurde. 

 

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Disclaimer: Aus rechtlichen Gründen muss ich darauf hinweisen, dass ich weder Ärztin noch Kosmetikerin bin. Die bereitgestellten Informationen dienen nicht der Selbstdiagnose. Der Besuch dieser Seite ersetzt auch nicht den Besuch bei einem Arzt oder Therapeuten. Die Inhalte dieser Seite dienen ausschließlich der Information und stellen in keiner Weise ein Heilversprechen dar. Beim Nachmachen meiner Rezepte liegt die Verantwortung bei dir.

2 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Hennrike sagt:

    Liebe Melanie
    ich finde, dass Du dein Wissen total ansprechend verpackst: das Layout sowie die Fotos sind total schön und macht jedes Mal Lust auf mehr …ich bin schon sehr gespannt auf deinen Podcast.
    Auch als zertifizierte Kräuterpädagogin lernt man immer wieder dazu oder wird bestärkt in dem was man alles weiß.

    1. Luna Herbs sagt:

      Liebe Hennrike,
      ganz herzlichen Dank für deine Nachricht. Es freut mich riesig zu lesen, dass dir die Inhalte gefallen.
      Und ganz besonders toll finde ich, dass sie bestärken. Ich wünsche dir nur das aller Beste und auch für deinen Weg als Kräuterpädagogin ganz viel Erfolg. Es finde es so klasse, dass immer mehr Menschen das Wissen über die Wild- und Heilkräuter an andere weiter geben. Alles Liebe dir und solltest du mal einen speziellen Wunsch haben, was du hier gerne mal lesen möchtest, dann schreibe mir super gerne.
      Deine Melanie

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